Wahlkampf und Web 2.0 gleich Wahlkampf 2.0?
Geschrieben von bembel ::BK:: am 12. Februar 2009
Der erfolgreiche Internet-Wahlkampf des neuen US-Präsidenten Barack Obama hat die Phantasie einiger PoltikerInnen, aber wohl noch viel mehr die der Medien und vor allem PR-Agenturen beflügelt. So steht zu erwarten, daß auf die Frage “Was erwartet uns im Wahlkampf 2.0?” die Antwort, “Dabei sein ist alles!”, lautet. Das ist auch die erste von fünf Thesen auf netzpolitik.org zum “Wahlkampf im Netz” (Hintergrund ist der Vortrag “Wahlkampf und Web 2.0″, s. PDF-Präsentation). Im Bembelkandidat-Blog habe ich dazu ein paar erste Gedanken zusammengetragen.
Die Thesen auf netzpolitik.org im einzelnen:
These 1: Dabei sein ist alles!
Jeder halbwegs motivierte Kandidat wird in einem der kommenden Wahlkämpfe einen Account bei Facebook und Twitter haben, dazu ab und an bei Youtube ins Internet sprechen und vielleicht bloggen. Manche werden das auch selbst machen.These 2: Politik 2.0 auch leben?
Einige Politiker werden sich von der Masse absetzen, indem sie nach den Wahlkämpfen immer noch diese Werkzeuge nutzen und sie in ihren Alltag integrieren.These 3: Remix Politics.
Willkommen im Kontrollverlust: Die spannenden und unerwarteten Entwicklungen werden aus der Zivilgesellschaft kommen.These 4: Internet wird nicht dominieren.
Auch wenn jetzt alle zu den USA blicken und von Obama’s Internetkampagne träumen: Fernsehen bleibt 2009 das Leitmedium. Den ersten richtigen Internet-Wahlkampf werden wir 2013 erleben.These 5: Es wird dominierende Plattformen geben.
Facebook wird zentrale Social-Network Plattform für den Onlinewahlkampf (trotz nach wie vor überschaubarer deutscher Nutzerzahlen). Der Wille der Parteien zur Nutzung von Youtube ist unübersehbar. Twitter wird den Wahlkampf massiv beschleunigen, bleibt aber vor allem Medienhype.(Quelle: netzpolitik.org “Wahlkampf im Netz“)
Meine Einschätzung ist, auch wenn die Gleichung Wahlkampf + Web 2.0 = Wahlkampf 2.0 technisch recht einfach zu lösen ist, wird sie sich wohl in den meisten Fällen als ungleich erweisen.

Ilona sagte
Das Internet wird denke ich mit dem Fernsehen auf gleicher Höhe sein. Der Wahlkampf wird in diesen beiden Medien ausgetragen und ich bin schon total gespannt wie es ausgehen wird. SPD, CDU, FDP, Linke, Grüne oder Willi Weise ? Wer wird es wohl richten?
Die mit Spannung auf den Wahlkampf wartende
Ilona
bembelkandidat sagte
Dein Wort in Gottes Web-Gehörgang… ;-)
Mal sehen, Ilona, ob Deine sehr optimistische Einschätzung Wirklichkeit wird. Ich glaube, daß für einige Altersgruppen das Internet gleichwertig, vielleicht sogar wichtiger wird, doch in der Gesamtzahl der WählerInnen sehe ich das momentan noch nicht, doch lassen wir uns mal überraschen ;-) Zumindest für die kleinen Parteien wird das Internet der entscheidende Verbreitungskanal sein.